Biobasierte Produkte fürs Büro

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Wer Büroartikel ersetzen möchte, die aus begrenzten und erdölbasierten Rohstoffen bestehen, kann auf eine große Produktauswahl auf der Basis von Pflanzen zurückgreifen. Rund 200 Produkte hat das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Rahmen einer Marktstudie im Auftrag der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) ermittelt.

Auf www.die-nachwachsende-produktwelt.de finden öffentliche und private Konsumenten Produktalternativen aus nachwachsenden Rohstoffen in großer Auswahl. Auch die vom IÖW recherchierten Büroartikel wurden dort aufgenommen.

Das IÖW fragte Beschaffungsvolumina und –kriterien für Büroartikel bei der obersten Bundesverwaltung, den einzelnen Dienststellen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), in den Landesverwaltungen und exemplarisch bei einigen Kommunen mit mehr als 500.000 Einwohnern ab. Auf Basis dieser Angaben rechneten die Autoren der Studie hoch, dass der öffentliche Sektor knapp 100 Mio. Euro pro Jahr für Büroartikel ausgibt.

Die Analyse des Anbietermarktes zeigte, dass es bereits heute in der Kategorie „Bürobedarf“1 60 Prozent der für die öffentliche Hand relevanten Produkte auch aus nachwachsenden Rohstoffen gibt. Bei „Stiften und Schreibwaren“ sind es sogar 75 Prozent. Die Nachfrage der öffentlichen Hand ist allerdings noch verhalten. Das IÖW schlussfolgert, dass biobasierte Produkte im öffentlichen Einkauf insbesondere dann verstärkt berücksichtigt werden, wenn die einzelnen Geschäftsbereiche ihren Vergabestellen einen solchen Bedarf explizit anzeigen. Hilfreich ist es auch, die oftmals sehr umfangreichen Ausschreibungen für Büroartikel in Einzellose aufzuteilen: Anbieter biobasierter Büroartikel sind häufig kleine und mittelständische Betriebe, die in der Regel einzelne innovative Produkte oder Produktserien herstellen und anbieten können.

Während Büroprodukte aus Papier und Holz häufig mit Umweltsiegeln ausgezeichnet sind, ist dies bei solchen aus Naturkautschuk oder Biokunststoff nur selten der Fall. Eine Ausnahme ist das Umweltzeichen „Blauer Engel DE-UZ 200 Schreibgeräte und Stempel“: Es wird unter anderem für Stifte und Stempel vergeben, die zu mindestens 60 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, für die der Hersteller zudem die nachhaltige Herkunft belegen muss. Aktuell tragen lediglich die Textmarker eines einzigen Unternehmens diesen Blauen Engel für die Verwendung von Biokunststoffen aus Zuckerrohr.

Der Abschlussbericht der Marktstudie „Nachhaltige biobasierte Büroartikel, Gütezeichen, Hersteller und Bedarfe der öffentlichen Hand“ steht auf www.fnr.de unter dem Förderkennzeichen 22002917 zur Verfügung, oder direkt unter “das nachwachsende Büro”: https://www.das-nachwachsende-buero.de/

Nicht nur Kommunen und Verwaltungen, sondern gerade auch die unzähligen privaten Unternehmen und Konsumenten, wie z. B. Schreibwarengeschäfte, sollten von diesen Angeboten Gebrauch machen.

1 Diese Kategorie umfasst ein breites Spektrum an Produkten von Aktenvernichtern über Klarsichthüllen bis Whiteboards.

Für Unternehmensführung mit mehr Wissen: Mit Europa Krisen trotzen

WAREN/MÜRITZ. Mehr Knowledge Management, innovatives Wissen, radikal aber Schritt für Schritt globalisieren – und das in einem sicheren Rechtsrahmen. Sozusagen ein innovativer Prozess, der auch Anlass zu Projektmanagement im eigenen Unternehmen bietet. Handelskonflikte, Brexit, Konjunkturdellen, eine bislang nur nationale Ausrichtung im Verkauf, Einkauf oder der Kooperation – dies alles muss auf dem Prüfstand zugunsten einer optimalen Aufstellung von Klein- und Mittelunternehmen im europäischen Binnenmarkt. Die Wirtschaft, insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, nimmt noch lange nicht alle Chancen wahr, die ihr der EU-Markt mit ca. 500 Mill. Verbrauchern bietet.

Hierzu soll ein in der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern gehaltenes Tagesseminar am 2. Mai 2019 zum Thema “EU-Recht für KMU aus Deutschland” verhelfen – aufbereitet für Nicht-Juristen. Gerade in Zeiten einer möglicherweise nachlassenden Konjunktur sollen die Verkäufe, Umsätze, Gewinne und die Personaldecke in den Unternehmen wachsen. Dabei ist es gleich, ob ein Unternehmen Tourismus-, Finanz- oder Produktangebote dem Markt unterbreitet. Das Programm können unter www.ewiv.eu heruntergeladen werden; das Seminar “findet zu Ludwig Erhard’s Preisen” statt – eine bewusste Mittelstands-Maßnahme der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern und des veranstaltenden LIBERTAS – Europäisches Institut GmbH aus Rangendingen/Baden-Württemberg bei Tübingen. Mit 25 Fragestellungen werden KMU in die Lage versetzt, ihre eigene Aufstellung auf dem europäischen Markt – der im EWR immerhin derzeit 31 Staaten ausmacht – vorzunehmen, sowie die EU geschickt in Wirtschaftsbeziehungen mit Drittländern, also Ländern außerhalb der EU in Gang zu setzen. Es kommt nur darauf an, dass man weiß, welche Chancen auch noch die kleinste Firma hat, sagt der Referent, der “Aha-Erlebnisse” verspricht für Unternehmen, Freiberufler, landwirtschaftliche Betriebe usw.

Am Donnerstag, dem 30. Mai 2019, findet ebenfalls ein ganztägiges Seminar statt, zum Thema “EU und ihr Potenzial für Unternehmensberater und öffentliche Wirtschaftsförderer”. In der Einladung steht dazu: “Halten Sie Ihre Mandanten an zu mehr Wettbewerbsfähigkeit, economy of scale, Innovation, besseres Verhalten am Markt – und zu mehr Umsätzen und Gewinnen – mit Hilfe der EU”. Hierzu sind insbesondere Rechts- und Steuerberater, Unternehmensberater, aber auch kommunale und Kreis-Wirtschaftsförderer geladen; dies ist quasi ein Aufbau-Workshop auf das erste Seminar. Auch hier: Einladung/Programm auf www.ewiv.eu. Referent beider Workshops ist Hans-Jürgen Zahorka, ehemaliger Europaabgeordneter, EU-Rechtler, Lehrbeauftragter z. Zt. an der Hochschule Anhalt, ehemaliger Bürochef der Italienischen Handelskammer für Baden-Württemberg, seit über 20 Jahren Regierungsberater für EU, World Bank, UNDP in Drittländern, und Leiter des Europäischen EWIV-Informationszentrums (EWIV ist eine EU-unmittelbare Rechtsform der Kooperation, die auch in deutsche Handelsregister eingetragen werden kann und z. B.. von Gewerbe- und Körperschaftssteuer befreit ist).

Die beiden Workshops sind direkt an Feiertage gelegt, so dass die Schönheiten des Müritzsees, ein anschließendes Seminar der Europäischen Akademie zu Herrenhäusern im Land, Kraniche und kulinarische Fischspezialitäten stressfrei davor oder danach genossen werden können – es sind auch schon Teilnehmer aus anderen Bundesländern sowie der EU angemeldet.

Projektideen gesucht: Emissionsarme Wärme aus Biomassefeuerungen; innovative biobasierte Schmierstoffe

Das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wirbt Projektideen zur Entwicklung innovativer, effizienter und emissionsarmer Biomasseanlagen ein. Der aktuelle Förderaufruf ist bis zum 30. April 2018 befristet. Projektvorschläge nimmt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) entgegen. Mit dem jetzt vom Bundeslandwirtschaftsministerium veröffentlichten Forschungsaufruf sollen Vorhaben zur Treibhausgas (THG)- und zur Emissionsminderung bei Biomassefeuerungsanlagen initiiert werden.

Gesucht sind Vorhaben zur Entwicklung von Konzepten, Komponenten und Systemelementen für die Reduzierung der THG-Emissionen durch Maßnahmen zur Erhöhung der Biomassenutzungs- und Anlageneffizienz bzw. zur Anlagenentwicklung und –optimierung durch primäre und/oder sekundäre Maßnahmen, um den Schadstoffausstoß weiter zu vermindern.

Die Förderung entsprechender Forschungsprojekte bis hin zu Modellvorhaben und Feldversuchen zur Erprobung neu entwickelter Technologien und Verfahren erfolgt auf der Basis des Förderprogramms „Nachwachsende Rohstoffe“ des BMEL im Rahmen des Förderschwerpunkts „Bestimmung und Entwicklung von Technologien und Systemen zur Bioenergiegewinnung und -nutzung mit dem Ziel der weiteren Verbesserung von Treibhausgasbilanzen in den Haupteinsatzgebieten Strom, Wärme und Kraftstoffe“ des Energie- und Klimafonds (EKF). Grundvoraussetzungen für eine Förderung sind Projekte mit hohem Innovationsgrad und praxisorientiertem Bezug zu den Anforderungen des Marktes sowie eine angemessene Abgrenzung zu bisherigen Forschungsarbeiten. Vorhaben zur Grundlagenforschung ohne direkten Anwendungsbezug sind nicht förderfähig. Der vollständige Förderaufruf steht hier zur Verfügung. Projektvorschläge können bis zum 30.4.2018 bei der FNR eingereicht werden. Ansprechpartner bei der FNR ist Dr. Andrej Stanev; E-Mail: a.stanev@fnr.de

Quelle: FNR / Hardy Müller

Ein weiterer Förder- bzw. Forschungsaufruf betrifft innovative biobasierte Schmierstoffe: Das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) stellt mit seinem neuen Förderaufruf die Entwicklung und Erprobung innovativer biobasierter Schmierstoffe in den Fokus. Vom 1. November 2017 bis 30. April 2018 können Forschungseinrichtungen und Unternehmen entsprechende Projektvorschläge bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) einreichen. Mit seinem aktuellen Aufruf wirbt das BMEL Projektideen für die Entwicklung von Bioschmierstoffen ein, die gegenüber den bereits am Markt etablierten biogenen Schmierstoffen in Eigenschaftsprofilen und Preis Vorteile bieten. Gesucht sind Lösungsansätze zur Herstellung und Verarbeitung von Bioschmierstoffen zu Produkten mit einer hohen Wertschöpfung und deren Anwendung im High-Performance-Bereich. Die neuen Entwicklungen können sowohl die biobasierten Grundflüssigkeiten als auch biobasierte Additive betreffen. Die Sortengruppen Hydrauliköle, Getriebeöle, Metallbearbeitungsöle und Schmierfette sollen besonders berücksichtigt werden.

Die Förderung entsprechender Forschungsprojekte erfolgt auf der Basis des Förderprogramms „Nachwachsende Rohstoffe“ des BMEL im Rahmen des Förderschwerpunkts „Verarbeitung biogener Rohstoffe zu Zwischen- und insbesondere Endprodukten“.

Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte müssen verdeutlichen, dass sie die Markterfordernisse ausreichend berücksichtigen. Dies kann durch eine Kompetenzbündelung von Forschung und Anwendungsindustrie gewährleistet werden. Eine angemessene Beteiligung der gewerblichen Wirtschaft an den Projekten ist erforderlich. Der vollständige Förderaufruf steht hier zur Verfügung. Projektvorschläge können vom 1.11.2017 bis zum 30.4.2018 bei der FNR eingereicht werden. 

 

Biobasiertes Harz für stabilen Holzbau

Hoher Flammschutz dank neuer Matrix – darüber informiert die FNR (Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe) in einer Mitteilung von Ende August 2017. Auch bei der Gemeinschaftsschule in Steißlingen/Baden-Württemberg wurde Brettsperrholz in den Innenwänden verbaut. Die Schule war einer der Gewinner im HolzbauPlus-Wettbewerb 2016 des BMEL.

Foto: Dury + D’Aloisio Architekten BDA

Aufbau der Verstärkungslamellen. Grafik: Fraunhofer ICT/H. Engelen

Die Covestro Deutschland AG will gemeinsam mit vier Partnern biobasierte Verstärkungsschichten für Vollholzwerkstoffe, die sog. Verstärkungslamellen, entwickeln, um die aktuell verwendeten petrochemischen Produkte zu ersetzen. Das innovative, mit Cellulosefasern verstärkte Polyurethan-System soll zu über 90 Prozent biobasiert sein und ohne den Zusatz von Additiven einen sehr guten Flamm- und Bewitterungsschutz gewährleisten.

Der moderne Holzkonstruktionsbau erobert zunehmend auch den städtischen Raum. So hat jüngst Hamburg eine Änderung seiner Landesbauordnung beschlossen, die den Einsatz der Massivholzbauweise künftig in bis zu 7-geschossigen Gebäuden vereinfachen soll.

Verbreitete Vollholzwerkstoffe für den modernen Holzbau sind Brettsperr- und Brettschichtholz. Bei diesen Baustoffen befinden sich zwischen den einzelnen Holzlagen dünne Schichten aus Polyurethanharz. Wenn in dieses Harz zur Verstärkung Aramid-, Glas- oder Carbonfasern eingebettet sind, handelt es sich um sogenannte Verstärkungslamellen, die die Holzbaustoffe noch tragfähiger machen. Im jetzt begonnenen Vorhaben wollen die Forscher biobasierte Alternativen für die bisher verwendeten fossilen Harze und Fasern entwickeln.

Die Forscher setzen auf eine Kombination aus biogenen, aliphatischen Polyisocyanaten und biogenen Polyolen auf der Basis von Pflanzenölen. Diesem Polyurethan sollen positive Eigenschaften wie eine geringe Brennbarkeit und eine hohe Resistenz gegenüber Witterungseinflüssen bereits immanent sein, so dass es dafür keiner speziellen Additive bedarf. Bei den Fasern favorisieren die Wissenschaftler Cellulose-Fasern, zum Beispiel aus Regenerat-Cellulose. „Im Ergebnis verfügen wir dann erstmals über verstärkende Werkstoffe für den Holzkonstruktionsbau, die selbst zu mindestens 90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen“, erklärt Dr. Paul Heinz von der Covestro Deutschland AG, der den Projektverbund koordiniert. Damit werde der moderne Holzbau mit Brettsperr- und Brettschichtholz noch nachhaltiger, so Heinz.

Beim Herstellungsverfahren setzen die Projektpartner auf das Pultrusionsverfahren1, das sie unter Praxisbedingungen erproben wollen (Das Pultrusions- oder Strangziehverfahren ist ein automatisiertes Verfahren, mit dem sich faserverstärkte Kunststoffprofile kontinuierlich und günstig herstellen lassen). Auf der Technikumsanlage der Fraunhofer-Gesellschaft werden Flachprofile für Testzwecke hergestellt und die dazu nötigen Werkzeuge und Verarbeitungsparameter optimiert. Die Firma Sortimo wird im Vorhaben ein branchenübliches Modellbauteil herstellen, an dem das Potenzial des neuen Werkstoffs und Herstellverfahrens für die Bauindustrie technisch, ökonomisch und ökologisch bewertet werden kann. Dieses Bauteil wird aus Buchenholz gefertigt, das im Zuge des Waldumbaus in wachsender Menge zur Verfügung steht.

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) gefördert. Informationen stehen auf fnr.de im Menü Projektförderung unter den folgenden Förderkennzeichen zur Verfügung:

22022616 – Koordination, Modifizierung der biobasierten Polymermatrix Covestro Deutschland AG

22003517 – Implementierung der Entwicklungsarbeiten in eine industrielle Demonstrationsanlage Sortimo International GmbH

22003617 – Untersuchungen zum Einsatz von biobasierten Verstärkungsfasern     Deutsches Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF)

22003717 – Prozessentwicklung zur Herstellung der Verstärkungslamellen     Universität Stuttgart, Institut für Kunststofftechnik (IKT)

22003817 – Betrieb der Pilot-Pultrusionsanlage und Prozessbewertung     Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT)

 

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China: Der Hanf wird neu erfunden

Die chinesische Provinz Heilongjiang investiert massiv in Forschung und Entwicklung, um feine, umweltfreundliche Hanffasern zur großvolumigen Baumwollalternative zu machen. Zusätzlich werden Hanflebensmittel und Pharmazeutika gewonnen. Westliche Unternehmen sollten versuchen, am Hanfboom Teil zu haben.

Auch wenn die Kulturgeschichte der industriellen Hanfnutzung mit den weltweit ersten Seilen (2800 Jahre v. Chr.) sowie dem ersten Papier und Textil (500 bis 100 v. Chr.) in China begann, war Hanf in den letzten hundert Jahren dort ins Abseits geraten. Aber auf der Suche nach Alternativen zur Baumwolle geriet der Hanf wieder in Visier der chinesischen Wissenschaft, Politik und Industrie. Baumwolle verursacht durch ihren hohen Wasserbedarf, Versalzung der Böden und Pestizideinsatz zunehmend Umweltprobleme. Qualität und Preis der chinesischen Baumwollproduktion sind wenig konkurrenzfähig. Vor kurzem noch undenkbar: Im letzten Jahr hat China 3 Mio. t Baumwolle aus den USA importiert.

Die chinesische Provinz Heilongjiang hat angesichts dieser Situation die Entscheidung getroffen, die gesamte Wertschöpfungskette der Hanfproduktion zu erneuern und großvolumig industriell umzusetzen. In nur wenigen Jahren konnte so die Hanfanbaufläche allein in der Provinz Heilongjiang von unter 1.000 ha auf 30.000 ha in diesem Jahr ausgebaut werden. Das entspricht immerhin der gesamten Hanfanbaufläche in Kanada oder Europa. Wenn alles gut läuft, sollen es im nächsten Jahr schon 60.000 ha werden.

Am 3. und 4. August 2017 fand in Harbin, Hauptstadt der Provinz Heilongjiang (Mandschurei, im Nordosten der Volksrepublik China) die „2017 International Conference On Hemp Industry“ (www.hempalliance.org) statt. Mit 300 Teilnehmern aus China, Australien, Europa und Kanada eine der größten Konferenzen zum Thema Hanf überhaupt. Gesponsert wurde die Konferenz von der lokalen Provinzregierung sowie dem nationalen Textil- und Bekleidungs-Council. Stolz präsentierten Wissenschaft und Industrie ihre Erfolge den Experten aus aller Welt in Vorträgen und einer begleitenden Ausstellung.

Vertreter der chinesischen Hanfindustrie hatten zur Konferenz Hanfverbände aus Europa, Kanada und Australien eingeladen, um weltweite Netzwerke aufzubauen und Synergieeffekte zwischen den Kontinenten zu erzielen. Hierbei ging es vor allem um den Austausch von Technologien, Produkten und Marketingstrategien.

Textilindustrie

In einem großen Forschungsprogramm an Universitäten in der Provinz Heilongjiang wurden in Zusammenarbeit mit der Ukraine und Kanada neue, ertragreiche Hanfsorten entwickelt, Koppelerntemaschinen für Stängel und Samen optimiert sowie biotechnologische Verfahren eingeführt, um umweltfreundlich mit Hilfe von Enzymen feine Hanffasern zu produzieren. Man spricht hier von enzymatischer Kotonisierung der Hanffasern, die dann pur oder mit anderen Fasern gemischt auf Baumwollmaschinen verarbeitet werden können.

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Hanf weist beim Anbau erhebliche Umweltvorteile gegenüber Baumwolle auf: Er wächst gut in moderatem Klima, etwa in Nordostchina, wo keine künstliche Bewässerung notwendig ist. Hanf braucht wenig Pflege, keine oder nur sehr wenige Pestizide, eignet sich hervorragend als Rotationskultur und hat verglichen mit Baumwolle doppelte Fasererträge.

Dr. Liu, Generalsekretär der „China Industry Technology Innovation Strategic Alliance of High-value Special Biological Resources“, sieht mit Hanf die Möglichkeit die gesamte Textilkette umweltfreundlicher zu gestalten. Hanf nimmt pro Hektar die doppelte Menge an CO2 auf als Baumwolle, hat insgesamt einen sehr geringen CO2-Fußabdruck, und liefert neben den Fasern noch hochwertige Fettsäuren und Proteine für den Lebensmittelbereich sowie Pharmazeutika. Dr. Liu sagte, dass Hanf für China eine „strategische Ressource“ werden könne.

Bei Hanftextilien geht es nicht um billige Massenware, sondern um Qualitätstextilien mit besonderen Eigenschaften. Und genau das macht Hanf so attraktiv für die chinesische Textilindustrie, die unter starkem Druck durch Niedriglohnländer steht. Beim Hanf gibt es wenig Konkurrenz. Wissenschaftler zeigten die Vorteile der Hanffasern: Komplexe dreidimensionale Faserstruktur, sehr gute Feuchteaufnahme, schnelles Trocknen, antibakterielle Wirkung und guter UV-Schutz.

Auf der Konferenz wurden sehr feine Hanfstoffe gezeigt, die es in dieser Qualität noch nie gab. Anzüge, Jacken, Kleider, Hosen, Unterwäsche, Socken und eine große Auswahl an Handtüchern, die alle bereits von Unternehmen der chinesischen „Hemp Alliance“ am Markt eingeführt wurden. Erster Großabnehmer ist die Armee, die ihre Soldaten mit Hanfuniformen und -socken versorgt.

Gezeigt wurde auch Hanf-Viskose, die in Mischungen mit Baumwolle in Feucht- und Kosmetiktüchern zum Einsatz kommt.

Autoindustrie

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Etwas gröbere, nicht-kotonisierte Hanffasern gehen in die Autoindustrie zur Verstärkung von Innenraumteilen. Wie schon in Europa und USA seit Jahren üblich, werden nun auch in China vor allem Hanffasern in Verbundwerkstoffen für Türinnen- und Säulenverkleidungen sowie Armaturenbretter und Hutablagen verwendet. Eine umweltfreundliche Leichtbau-Alternative zu reinen Kunststoffteilen bzw. Glasfasern.

Lebensmittel und Pharmazeutika

Bei der Hanfproduktion können in Koppelproduktion zusammen mit den Fasern zusätzlich wertvolle Hanfsamen (botanisch Nüsse) mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3, GLA und SDA) und hochwertigen Proteinen gewonnen werden. Aus den Blüten und Blättern werden die Pharmazeutika Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) extrahiert. Schon vier chinesische Unternehmen stellen reines CBD her, weitere stehen in den Startlöchern.

Gerade für die Produktion und die Vermarktung von ökologischen Hanflebensmitteln suchen die Chinesen Kooperationspartner aus Europa und Nordamerika und bieten diesen eine optimale Infrastruktur und Investitionsbeihilfen.

Wissenschaft, Politik, Landwirtschaft und Industrie in der Heilongjiang-Region meinen es ernst mit dem Hanf. Und sie haben die Ressourcen, um eine moderne Hanfindustrie im großen Maßstab aus dem Boden zu stampfen. Nun muss sich zeigen, ob der Hanf tatsächlich das große Potenzial besitzt, das ihm oft zugesprochen wird und ob man eine Forschungs- und Technologielücke von 50 Jahren mit modernen Methoden rasch überwinden kann.

Michael Carus (michael.carus@nova-institut.de)

Der Autor wurde als Geschäftsführer der „European Industrial Hemp Association“ (www.eiha.org) zu der Konferenz nach Harbin als Referent eingeladen. Carus ist zudem Geschäftsführer des nova-Instituts (www.nova-institut.com) in Köln, das seit über 20 Jahren im Bereich Nachwachsende Rohstoffe forscht. Bilder-Copyright: Michael Carus

Klappbares eBike – mit vielen Zusatzideen

Das “Airwheel R3″ ist ein Klappfahrrad mit Elektro-Zusatzantrieb, mit einer Reichweite von 100 km, die auch über eine App programmiert werden kann. Der Ladezeitraum beträgt 3 Stunden. Die 14 Zoll-Reifen verfügen über eine benutzerdefinierte Radnabe, und das Rad, das in drei kurzen Schritten zusammen”gefaltet” wird, benötigt lediglich 0,2 m³ Stauraum – selbst Kleinwagen-Kofferräume können das. Damit entfallen natürlich Fahrradständer auf dem Dach, Fahrwiderstände o.ä. Außerdem kann man dieses eBike auch im Bus, Zug oder der Metro ohne Weiteres mitnehmen. Ein Gefährt, das als Klapp-eBike durchaus die individuelle Mobilität fördern kann, und das natürlich mit dem spürbaren Schub eines eBikes für Fahrspaß und “Rückenwind” sorgt.

Airwheel Elektrofahrrad

Die Lithiumionen-Akkuzelle wiegt 1,4 kg und verfügt über alle relevanten Sorten von Schutz: Batterieausgleich, Überspannungsschutz, Überladungsschutz, Überentladungsschutz, Überstromschutz, Kurzschlussschutz, Temperaturschutz ud Anti-Gegenstromschutz. Und das alles in weniger als drei Pfund. Wenn man ein Netzteil hat, kann man das Rad auch während einer Autofahrt aufladen!

Der Aluminiumlegierungsrahmen kann ohne weiteres 100 kg tragen – und das auf einer Struktur mit ca. 17 kg Eigengewicht. Die in China ansässige Airwheel ist auf alle Arten von Zweirädern spezialisiert, allerdings jeweils auf sophistische Geräte, wie einen Sedgeway-Konkurrenten usw. Die Kosten liegen knapp über 1.000 EUR/Stück. Airwheel ist auf der “EurobikeShow” in Friedrichshafen/Bodensee vom 30.8.-1.8.2017 für den Handel und am 2.9.2017 für das Publikum vertreten – auf dem Stand FG-A8/2.

Ansonsten ist das eBike zu testen und erwerben bei Klaus Martin Wolf, Fa. MobiliSis GmbH, Ernst-Schneider-Str. 2, 64646 Heppenheim (Bergstr.) – Germany, wolf@mobilisis.eu, www.mobilisis.eu, Tel. +49 178 6947970. Weitere Informationen auf  http://www.airwheel.net/de/product/r3.

 

Innovations presented, discussed, evaluated – Innovationen beschrieben, diskutiert, bewertet

EN / This blog, run by LIBERTAS – Europäisches Institut GmbH, a German pro-European organisation, is to open the eyes for innovative products, services, processes. We welcome texts and pictures to be included by our editorial board. The texts can be in English, German or French. The idea for this particular blog comes from our activity enhancing company cooperation by European Economic Interest Groupings (EEIG), see also http://www..ewiv.eu, as well as from our environment on eMobility, but also our world-wide contacts. Contributions should be sent to:


DE / Dieses Blog von LIBERTAS — Europäisches Institut GmbH, eine aus Deutschland stammende pro-europäische Organisation, soll die Augen für innovative Produkte, Dienstleistungen und Prozesse öffnen. Wir heißen Texte und Bilder willkommen, die von unserer Redaktion weiter bearbeitet werden. Die Texte können in Deutsch, Englisch oder Französisch sein. Die Idee zu diesem speziellen Blog stammt aus unserer Tätigkeit für Unternehmenszusammenarbeit in der Europäischen Union und darüber hinaus in Form von Europäischen wirtschaftlichen Interessenvereinigungen (EWIV), siehe auch http://www.ewiv.eu, sowie von unserer Umgebung in Sachen eMobility, aber auch unserer weltweiten Kontakte. Beiträge sollten gehen an:


LIBERTAS – Europäisches Institut GmbH, attn. Hans-Jürgen Zahorka, Managing Director, Lindenweg 37, 72414 Rangendingen, Germany, ewiv@libertas-institut.com, http://www.libertas-institut.com, tel. +49  7471  984996-13, fax … -19.